Gedanken eines Volontärs #3: “Und, wie ist´s in Duisburg?”

Alle Jahre wieder: es ist Weihnachten, man reist zur Familie und trifft alte Freunde, die ebenfalls zur Familie reisen und danach logischerweise auch mich treffen. Man unterhält sich und fragt nach dem aktuellen Status des Gegenübers.

Die häufigsten Fragen, die mir Ende 2016 gestellt wurden waren:

„Was studierst du nochmal?“ – Kunstgeschichte.

„Wie lange musst du noch studieren?“ – Naja, bis ich fertig bin.

„Was kann man mit dem Studienfach machen?“ – hoffentlich arbeiten…

„Weißt du schon, was du danach machen willst?“ – arbeiten, VERDAMMT!

Zum jüngst vergangenen Weihnachtsfest wurden die Fragen an mich etwas eingedampft, eigentlich wurde mir meist nur eine Frage gestellt: „Und, wie ist´s in Duisburg? Der lustige Unterton früherer Antworten wurde bei Seite geschoben und das ernste Denkergesicht aufgesetzt, denn die Frage ist gleichsam die Forderung nach einer ersten Bilanz. Meine Antwort lautete ungefähr so:

„Kennst du die Wüstenstadt Mos Eisley aus den Star-Wars-Filmen? So ungefähr war mein erster Eindruck von Duisburg: bisschen chaotisch, manchmal etwas laut und auch ein bissel schmuddelig. Mittlerweile finde ich es aber schon ganz gut dort. Es gibt allerlei zu sehen, ich habe nette Menschen um mich herum und die Arbeit ist gut. Mit Duisburg und den umliegenden Städten gibt es viel zu sehen – auch in meiner Branche und das lerne ich sehr zu schätzen.“

Danach erzählt man ein bisschen von der ungewohnten Situation direkt nach dem Studium zu arbeiten und nicht mehr bis in den Tag hinein schlafen zu können. Man erklärt, dass man nach den Lehrjahren keineswegs auf das Berufsleben vorbereitet ist und man nochmal vieles neu lernen muss. Man versucht anderen Menschen zu erklären, dass Rebecca Horn eine bedeutende Künstlerin ist, und dass Lehmbruck ein bedeutender Künstler war. Dann plaudert man über die Wohnung, den WG-Putzplan und nochmal über die „sehr kontrastreiche“ Stadt. Das alles erzählt man in den „Tagen zwischen den Jahren“ ungefähr 15 Mal und versucht danach jedes Mal das Gespräch auf andere Sachen zu lenken.

Einzig die Wetterkapriolen habe ich beharrlich verschwiegen: Schnee, Regen, Nebel, Regen, Sonne (ganz kurz), Schnee und Sturm finden wenig Anklang unter den Weggefährten und denkt man an das Fernsehprogramm wird nach dem Wetterbericht sowieso meist umgeschaltet…

In elf Monaten werden gewiss neue Fragen gestellt.

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